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Effiziente Scope 3-Erfassung dank Materialliste für die Kunststoffbranche: ECOSPEED unterstützt Semadeni beim Corporate Carbon Footprint

Scope 3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sind schwer zu messen und dadurch oft eine Hürde beim Einstieg in die Treibhausgas-Bilanzierung. In der Kunststoffverarbeitung sind der Materialeinkauf (Scope 3.1) und die Entsorgung am Lebensende (Scope 3.12) die größten Emissionsquellen. Um Klimadaten effizienter und präziser zu erfassen und zu analysieren, setzen der Schweizer Kunststoffverband KUNSTSTOFF.swiss und die Semadeni Industry Group auf ECOSPEED.

Materialliste für Scope 3-Emissionen

Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und eine nachhaltige Entwicklung der Branche – dafür setzt sich der Verband KUNSTSTOFF.swiss ein. Der zentrale Branchenverband der Schweizer Kunststoffindustrie vertritt die Interessen von rund 300 Mitgliedern und 800 Kunststoffunternehmen. Um seinen Mitgliedern den Einstieg in die CO2-Bilanzierung zu erleichtern, setzt der Verband bei der größten Herausforderung an: den Scope 3-Emissionen. Durch ECOSPEED entstand im Frühjahr 2025 in Zusammenarbeit mit Branchenexperten eine branchenspezifische Materialliste, die typische Materialien und Komponenten der Kunststoffverarbeitung mit belastbaren Emissionsfaktoren hinterlegt. Die Semadeni Industry Group nutzt die Materialliste für die Erstellung von Corporate Carbon Footprints (CCF) – und setzt dafür als erstes Verbandsmitglied auf die Softwarelösung von ECOSPEED.

Emissionen in der Lieferkette erschweren die Datenerfassung

Die Erfassung von Scope 3-Emissionen gestaltet sich branchenunabhängig schwierig, weil sie entlang der Wertschöpfungskette und damit größtenteils außerhalb des eigenen Wirkungsbereichs entstehen. Solche Daten müssen mühsam eingeholt werden – sofern sie überhaupt bekannt sind. „Die Erfassung dieser Daten ist sehr umfangreich und erfordert viel Know-how. Insbesondere, um zu wissen, welche Daten überhaupt relevant sind und erfasst werden müssen“, erklärt Anita Reichebner, CSO - Leiterin Nachhaltigkeit & New Business der Semadeni Industry Group.

In der Kunststoffverarbeitung entstehen die meisten Emissionen im Scope 3 beim Materialeinkauf und der Entsorgung am Lebensende. Schon die energieintensiven chemischen Prozesse bei der Herstellung von Kunststoff hinterlassen einen großen Fußabdruck, der bei Unternehmen mit jedem Einkauf in die eigene Bilanz eingeht. Darüber hinaus landet Plastik, das nicht recycelt wird, oft in der Verbrennung, was das im Material gebundene CO2 freisetzt. Auf Deponien gelagerte Kunststoffe zersetzen sich langsam und setzen zusätzliches CO2 sowie Methan frei.

Für die Semadeni Industry Group bildet eine fundierte CO2-Bilanz die Basis der Klimastrategie: „Damit können wir die größten Emissionsquellen in den Unternehmen ausfindig machen, gezielte Schwerpunkte setzen und Fortschritte im Klimaschutz messbar machen“, so Reichebner. Doch Scope 3 macht die CCF-Erstellung für die einzelnen Gesellschaften wesentlich komplexer als bei Scope 1 und 2, denn jede Gesellschaft hat unterschiedliche Materialien, Prozesse und Lieferketten.

Einfacher zur Klimabilanz mit vorbereiteten Emissionsdaten

Für einen besseren Einstieg in die Klimadatenbilanzierung entwickelte ECOSPEED in Zusammenarbeit mit Branchenexperten im Frühjahr 2025 für den Branchenverband KUNSTSTOFF.swiss eine umfangreiche Materialliste. Sie bündelt Emissionsdaten zu branchentypischen Rohstoffen, darunter Polymere wie PP oder PET, diverse Folien und verschiedene Metalle wie Aluminium. ECOSPEED stellt dafür die Struktur und Datengrundlage bereit und aktualisiert die hinterlegten Emissionsfaktoren fortlaufend. Für Materialien oder einzelne Komponenten, für die bisher keine Werte vorlagen, erstellte ECOSPEED eigene Product Carbon Footprints (PCF).

Diese Materialliste verringert den Aufwand für die Erfassung der Scope 3-Emissionen erheblich:

„Die Materialliste hilft uns dabei, unsere Scope 3-Emissionen präziser abzubilden, gerade wenn mehrere Materialien eingesetzt werden. Außerdem zeigt sie auf, welche Materialien echte Emissionstreiber sind. Diese Erkenntnisse können wir direkt für Optimierungen nutzen.“

Anita Reichebner
CSO - Leiterin Nachhaltigkeit & New Business
Semadeni Industry Group

„Durch ein Angebot von KUNSTSTOFF.swiss wurden wir auf ECOSPEED aufmerksam. Nach ersten Gesprächen und einer Einführung in das Online-Tool haben wir uns für ECOSPEED als lokalen Partner entschieden, da das Tool gut zu unseren Anforderungen an Transparenz, Vergleichbarkeit und Weiterentwicklung der Klimabilanzierung innerhalb der Gruppe passt.“ Mit ECOSPEED Business kann Anita Reichebner alle Klimadaten selbst erfassen, strukturieren und eigenständig CCFs erstellen – ohne externe Beratung, aber jederzeit mit möglicher Unterstützung von ECOSPEED. „Ich kann jederzeit flexibel entscheiden, ob ich die Daten selbst erfasse oder ECOSPEED bei einzelnen Punkten unterstützt. Das hat den Einstieg erleichtert und gibt Sicherheit.“

Mehr Orientierung für die Branche – mehr Kontrolle für Semadeni

Die zentral gepflegte branchenspezifische Materialliste von ECOSPEED hilft den 300 Mitgliedern von KUNSTSTOFF.swiss bei der Ermittlung von Scope 3-Emissionen. Semadeni hat mit ECOSPEED Business die komplette Kontrolle und Transparenz bei der Erfassung ihrer Klimadaten. „Ich kann die für uns relevanten Felder in der Software gezielt aktivieren und ein Thema nach dem anderen strukturiert abarbeiten. So komme ich bei der Dateneingabe gut und zügig voran“, beschreibt Reichebner.

Aktuell wird die CCF Bilanzierung für die bislang noch ausständigen Gruppengesellschaften erstmals rückwirkend für die letzten drei Jahre erstellt, mit dem Ziel, eine konsistente Vergleichsbasis innerhalb der Semadeni Industry Group aufzubauen. Das Ergebnis ist eine valide Datenbasis für gezielte Dekarbonisierungsmaßnahmen. „Für uns ist die Bilanzierung Reporting und Führungsinstrument für konkrete Optimierungen in der Gruppe. Die CCFs zeigen die größten Emissionsquellen auf. So können wir gezielt Schwerpunkte setzen, Fortschritte messbar machen und Verbesserungen wirksam priorisieren.“

CCF als strategischer Hebel für Klimaschutzmaßnahmen

Sobald die CCFs aller Gesellschaften vorliegen, kann Semadeni den ersten konsolidierten Gruppen-CCF erstellen. Anita Reichebner beschreibt die Vorteile: „So können wir eine saubere Vergleichbarkeit innerhalb der Gruppe herstellen und die nächsten Schritte darauf aufbauen. Der Corporate Carbon Footprint der gesamten Gruppe dient dann nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern als strategische Entscheidungsgrundlage für Optimierungen entlang der Lieferkette, priorisierte Klimaschutzmaßnahmen und die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Ebenso werde diese Daten ein wichtiger Bestandteil des Nachhaltigkeitsberichts, den wir bis Ende 2026 für die ganze Gruppe nach CSRD/ESRS Vorgaben erstellen werden.“

Die Semadeni Industry Group AG produziert diverse Kunststoffartikel für Labore, Krankenhäuser und Industrie sowie Verpackungslösungen für Chemie, Kosmetik und Lebensmittel. Die Gruppe vereint vier Gesellschaften: Semadeni AG, Biplast AG, Logo-Plastic AG sowie die Logo-Plastic GmbH. Die insgesamt rund 200 Mitarbeitenden sind an diversen Standorten in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Kroatien tätig. Je nach Gesellschaft und Standort ist die Semadeni Industry Group nach ISO 9001, 13485, 14001 und 22000 zertifiziert und erfüllt damit hohe Qualitäts-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards. Nachhaltigkeit spielt seit Jahren eine wichtige Rolle – etwa durch den Einsatz von Rezyklaten, ressourcenschonender Produktion und konsequentem Kreislaufdenken.
www.semadenigroup.com

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