SITAG stellt seit über 60 Jahren Büromöbel- und Stühle im St. Galler Rheintal her. Die Product Carbon Footprints ihrer Produkte veröffentlicht das Unternehmen direkt auf der Homepage. Kunden, die ihren Corporate Carbon Footprint berechnen, können die Daten als Primärquelle nutzen. Wie SITAG die PCFs selbstständig mit der Software von ECOSPEED berechnet und wieso CO2-Bilanzen immer öfter die Kaufentscheidungen der Kunden beeinflussen.
Knapp 70 Kilogramm Treibhausgase: So viel hat beispielsweise die Herstellung des Bürodrehstuhls «SITAGWithME» verursacht. Wer nach dieser Information sucht, findet diese direkt auf der Produktseite der SITAG Homepage. «Die regionale Produktion schafft Transparenz und bildet die Grundlage für die präzise Berechnung der Product Carbon Footprints – aus der Schweiz für die Schweiz», wie Managing Director Tobias Schotte sagt.
Mit dem Product Carbon Footprint (PCF) für Bürostühle, Stauraumlösungen und Tische bietet SITAG einen besonderen Service für Kunden, die eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen oder über die CO2-Bilanz ihrer eigenen Aktivitäten berichten.
CO2-Bilanzen: Immer wichtiger für die Kunden
Die Motivation, PCFs für die eigenen Produkte zu erstellen, kam sowohl aus dem Unternehmen heraus als auch durch Anforderungen der Kunden, sagt Schotte. Schon länger arbeitet SITAG daran, die Produktion noch nachhaltiger zu gestalten. Ein PCF hilft dabei, Hotspots zu erkennen – Materialien oder Produktionselemente, die besonders viele Treibhausgase verursachen.
Und auch die Kunden von SITAG – Behörden, Kantone, genau wie zahlreiche Unternehmungen – legen immer mehr Wert auf CO2-Bilanzen und darauf, den CO2-Fußabdruck ihrer Aktivitäten zu reduzieren. Die PCFs der erworbenen Büroeinrichtung zu kennen, ist dabei hilfreich. Wenn Unternehmen den eigenen Corporate Carbon Footprint (CCF) berechnen, können sie direkt auf diese Daten zurückgreifen.
Verlässliche Daten – auch ohne CO2-Werte der Lieferanten
Die Lieferanten von SITAG können zudem nicht immer eine CO2-Bilanz für die einzelnen Bauteile liefern. Diese Erkenntnis trug dazu bei, dass sich SITAG für ECOSPEED entschied. «Wir haben uns einige Tools auf dem Markt angeschaut», sagt Schotte. «Bei ECOSPEED haben wir den Mehrwert gesehen, dass wir einen Mix aus Lieferantendaten, aber auch Erfahrungswerten und Datenbanken nutzen können, um die Produkte zu bilanzieren. » Michel Dezelak, zuständig für das Qualitätsmanagement und die Erzeugung der PCFs der Produkte, ergänzt: «Es war uns wichtig, dass wir verlässliche Daten bekommen, denen wir vertrauen können.»
Wenn SITAGs Lieferanten genaue CO2-Werte angeben, kann Dezelak diese direkt im System erfassen. Ansonsten arbeitet er mit Angaben zum Material und dessen Herkunft. Mit den Emissionsfaktoren von ECOSPEED kommt er so zu fundierten Werten. Bei Fragen oder Unsicherheiten hilft das Team von ECOSPEED. «Wir nutzen zum Beispiel beschichtete Teile aus unserer eigenen Beschichtungsanlage und wussten nicht, wie wir den Faktor dafür berechnen», sagt Dezelak. «ECOSPEED hat uns hier gut unterstützt und die Berechnung für uns übernommen.»
Lieferanten-PCF: Nicht Näherungswert, sondern Primärquelle
Dass Hersteller wie SITAG die PCFs ihrer Produkte berechnen, ist noch neu. Doch für viele Kunden wird es immer wichtiger.
«Die Bedeutung der CO2-Fußabdrücke wächst. Sie haben mittlerweile einen direkten Einfluss auf Kaufentscheidungen.»
Viele Kunden verfolgen klare Ziele im Bereich Nachhaltigkeit. PCFs ermöglichen es, die Produkte verschiedener Anbieter zu vergleichen. Gleichzeitig brauchen einige Kunden die Daten für ihre eigenen Nachhaltigkeitsberichte. «Sehr oft kommen Kunden auf uns zu, die ihre Möbel – je nachdem in welchem Scope der Bilanzierung sie sind – früher oder später mit einbeziehen», sagt Schotte.
Service für die Kunden: Lieferanten-PCFs vereinfachen die Datenerhebung
Ein solches Unternehmen ist die Lipoid Kosmetik AG. Seit mehr als 50 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen hochwertige Pflanzenextrakte und Wirkstoffe für die Kosmetikindustrie und vertreibt natürliche Phospholipide. Lipoid Kosmetik ist selbst Kunde bei ECOSPEED. Als die Umweltbeauftragte Alexandra Winz die Büroeinrichtung ihres Unternehmens bilanzieren will, wendet sie sich an ECOSPEED.
Schnell stellt sich heraus: Alle im Bilanzjahr neu angeschafften Möbel sind von SITAG. Winz kann die PCFs direkt als Primärquelle bei der Berechnung des Corporate Carbon Footprints eintragen – und muss sich nicht mit Angaben zu Material und Herkunft behelfen.
«Es ist nach wie vor mit erheblichem Aufwand verbunden, Emissionsdaten zu beschaffen», sagt Winz. «Wenn Lieferanten Product Carbon Footprints zur Verfügung stellen, vereinfacht das die Datenerhebung deutlich. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität und Transparenz der Scope-3-Bilanzierung.»
Ein Klick auf die Homepage statt mühsamer Recherche
Alle Produkte, die bei SITAG neu ins Sortiment kommen, werden direkt bilanziert. Außerdem erstellt Dezelak nach und nach PCFs für die Produkte aus dem Stammportfolio – angefangen bei den Produkten, die die Kunden am häufigsten erwerben.
Weil es jedes Produkt in vielen verschiedenen Ausführungen gibt, bilanziert SITAG immer ein gängiges Basisprodukt. Die Zertifikate von SITAG und ECOSPEED mit den Zahlen zum PCF können die Kunden direkt auf der Homepage herunterladen. «Der CO2-Fußabdruck unserer Produkte sollte kein Geheimnis sein», sagt Schotte. Auf Anfrage kann das Unternehmen eine Variante des Produkts mit den Materialien und Farben bilanzieren, die der Kunde sich ausgesucht hat.
Dekarbonisierung: Der PCF zeigt die wichtigsten Hebel
SITAG möchte die PCFs auch nutzen, um die Produktion der Büromöbel- und Stühle weiter zu dekarbonisieren und mit den Lieferanten ins Gespräch zu gehen.
«Hohe Werte in der CO2-Bilanz zeigen uns, wo wir einen Hebel ansetzen können. Ohne PCF wäre das vielleicht gar nicht aufgefallen.»
Wichtige Erkenntnisse geben die PCFs bei den sogenannten vorgelagerten Emissionen. Denn der größere Teil der Treibhausgase entsteht schon in der Lieferkette – bevor das Unternehmen die Produkte im Werk in der Schweiz fertigt.
Einen großen Hebel hat SITAG hier schon betätigt. «Früher haben wir viel mit Edelhölzern, aber auch mit Tropenhölzern gearbeitet», sagt Schotte. «Mittlerweile arbeiten wir fast ausschließlich mit lokalen Hölzern. Über die richtige Lackierung erreichen wir optisch die gleichen Ergebnisse.» Der Unterschied zeigt sich in der CO2-Bilanz. Denn die lokalen Rohstoffe haben einen viel kleineren CO2-Fußabdruck.
SITAG ist eine Marke von Nowy Styl, einem europäischen Marktführer für umfassende Einrichtungslösungen für Büros und öffentliche Räume. Seit 1965 stellt Sitag Büromöbel und Stühle im St. Galler Rheintal her. Die ökologische Verantwortung nimmt bei Sitag schon seit Jahren einen hohen Stellenwert ein. Bereits in der Phase der Produktkonzeption werden alle öko-relevanten Anforderungen berücksichtigt. Das Ergebnis sind qualitativ hochwertige, umweltfreundliche und langlebige Produkte.
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